In der Nacht wurden wir durch die Regentropfen, welche aufs Dach tropften geweckt. Auch der Morgen war grau. Die Wolken hingen tief. Die Bergspitzen welche gestern noch in der Sonne erstrahlten waren heute morgen bereits mit Schnee bepuderkuchert (Mirjams Wort für Puderzucker).
Egal, denn wir wollen heute die Restlichen 370 km bis Hains schaffen. Wenn die Strassen wie gestern sind, ist dies eine halbe Weltreise. Doch die Strassengötter meinten es gut mit uns. Nach rund einer halben Stunde Fahrzeit bemerkte Reto einen Bären am Strassenrand. Vollbremsung, Rückwärtsgang ein, Foto schiessen los. Wir konnten den Gryzzli rund eine halbe Stunde zusehen, wie dieser damit beschäftigt war, Wurzeln auszugraben und zu verschlingen.
Weiter ginge es. Wir kamen zügig voran und erreichten zuerst Hains Junction, wo die Strasse nach Hains abzweigte. Leider versteckten sich heute die höchsten Berge Canadas hinter den Wolken.
An der Grenze angekommen ging die Einreise diesmal viel schneller von sich. Unsere Fingerabdrücke besitzen sie ja inzwischen ;-) Danach führte uns die Fahrt durch ein Reservat, welches unzählige Baldeagle beheimatet. Leider konnten wir nur gerade einen sehen welcher davon fliegte.
In Hains angekommen ging es zuerst mal zum Ferryterminal. Konnten die Ferry reservieren auf 8.30 pm nach Skagway.
Dann ging es nach Downtown Hains (2000 Einwohner), ein ziemlich verschlafenes Nest. Mirjam lud Reto zu seinem runden Geburtstag zum Mittagessen ein. Anschliessend die letzten Lebensmittel besorgen und ab ging es zu einem Lake. Der Herr von der Ferry hat uns den Tipp gegeben, dass man in diesem kurzen Fluss zwischen dem Meer und dem Lake Bären beim Lachsfischen beobachten kann. Dies wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Um 2.30 pm waren wir aber noch etwas früh dran. Also schauten wir einigen älteren Herren beim Fischen nach Lachsen zu und beobachten immer mal wieder den Himmel, in der Hoffnung einen Baldeagle zu sehen. Gegen halb 4 beschlossen wir zurück nach Hains zu gehen. Kurz vor der Mündunge dess Flusses ins Meer konnte dann Mirjam drei Bären ausmachen. Eine Mutter mit zwei Jungen machte sich daran, sich etwas Winterspeck anzufressen. Es kamen immer mehr Schaulustige hinzu. Wir taten das gleiche, was die anderen auch machten. Wir verliessen unser Fahrzeug um die Bären besser zu beobachten. Wir konnten so die Bären aus nächster Nähe bestaunen. Manchmal waren es kaum 5 Meter Distanz. Das sich die Bären zu keiner Zeit bedroht oder gestöhrt fühlten, bestand nie Gefahr eines Angriffes für uns. Über eine Stunde konnten wir zusehen, wie die Mutter ein Fisch nach dem anderen für ihre beiden Jungen aus dem Wasser zog.
Als sich die Bären zurückzogen, zogen wir uns ebenfalls zurück. Wir fuhren eine kurze Strecke der Küste entlang. Dabei konnten wir 4 Baldeagle beobachten. Und somit konnten wir wieder ein Tier aus unserer Liste streichen.
Da wir noch genügend Zeit übrig hatten bevor die Ferry ablegte, machten wir uns nochmals zu der Stelle auf wo wir die Bären gesehen haben.
Und tatsächlich waren sie immer noch da. Auch ihre Zuschauerzahl war nicht weniger geworden.
Jedoch hatte sich die Zahl der Bären nochmals gesteigert. Jetzt war noch eine Mutter mit 3 Jungtieren anzutreffen.
Genüsslich harten wir aus und schauten ihrem Treiben zu.
Doch alles hat einmal ein Ende und somit auch das grosse Fressen der Grizzlys. Wir hatten genug gesehen und machten uns auf den Weg zur Ferry. Diese legte genau um 08.30 ab. Die Fahrt dauerte rund eine Stunde.
Als sie in Skagway anlegte und wir entlich wieder festen Boden unter unsern Räder hatten, fuhr Reto uns noch zu unserem Übernachtungsplatz. Dieser befand sich in Deya, Das dieser im Nirgendwo ist, zwischen Schotterstrasse und Felswänden wusten wir bis da hin nicht. Doch Reto manövrierte den Van sicher ans Ziel.
Und jetzt werden wir nur noch eines Tun.... Gute Nacht !







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